Jakob Küner
Vorfahren
Die Familie Küner stammt aus Brackenheim bei Heilbronn. Schon die Vorfahren wurden 1542 von den Pfalzgrafen Philipp und Ottheinrich mit einem Wappenbrief und anderen Privilegien wegen ihrer besonderen Verdienste um das Reich gewürdigt.
Begründer der Memminger Linie war Nikolaus Albrecht Küner (1562 - 1630). Dieser ehelichte die Tochter des Memminger Stadtchirurgen Barbara Blücklin und erwarb den angesehenen Gasthof "Zum weißen Ochsen" in der Kramerstraße.
Eltern
Der Vater Jakob Küners war Georg Küner, geboren am 17.05.1666 in Memmingen. Bereits mit 17 Jahren heiratete er die Tochter des Memminger Stadtschreibers Sibylla Schütz. Georg Albrecht studierte in Jena und Gießen Theologie. 1689 hielt er seine Antrittspredigten zuerst in Berg, dann in der Kirche "zu Unseren Lieben Frauen" und schließlich in St. Martin.
In den folgenden Jahren wurde er als Pfarrer in den reichsstädtischen Dörfern Buxach, Berg sowie in Volkratshofen eingesetzt. Dort wurde sein 3. Kind, Jakob, am 19.03.1697 geboren.
Jugend
Jakob wuchs in einer kinderreichen Pfarrersfamilie auf. Wahrscheinlich besuchte er die lateinische Schule in Memmingen. Ob er ein Studium absolvierte, konnte nicht festgestellt werden. Fest steht aber, dass er sich 1715, also mit 18 Jahren, in der Reichshauptstadt Wien aufgehalten hat. Dort stand er bei den Herren von Rad und Hößlin in Diensten. In diesem zur Wiener Hochfinanz zählenden Geschäft war Jakob Küner mit 28 Jahren bereits Prokurist.
Geschäfte
Von Wien aus hat Küner in einigen "Prozess-Sachen" der Stadt Memmingen gute Dienste geleistet. Als Dank ließ er sich eine Gratis-Option auf das Memminger Bürgerrecht ausstellen. Sowohl der Magistrat als auch die Memminger Patrizier suchten über Jakob Küner die Beziehung zur Reichshauptstadt. 1738 trug sich Küner mit dem Gedanken seine Wiener Geschäfte etwas einzuschränken. So eröffnete er als Bankier in Memmingen ein Geschäft, in dem nur mit Wechseln und Juwelen gehandelt werden durfte.
Kinder
Am 23.08.1728 heiratete Jakob Küner in Augsburg Regina von Greiff, die Tochter des Kaufmanns Johann Christoph von Greiff. Von 1729 bis 1738 schenkte seine Frau vier Mädchen und einem Jungen das Leben. Sein Sohn, Johann Jakob, wurde am 05.06.1731 im Stephansdom getauft. Johann Jakob studierte in Erlangen die schönen Wissenschaften und war gerade 18 Jahre alt, als ihm sein Vater das Memminger Bankgeschäft übertrug.
Adelstitel
Am 25.04.1739 wurde Jakob Küner von Kaiser Karl VI. in den Adelsstand erhoben und am 02.08.1740 zum kaiserlichen Rat ernannt. Im gleichen Jahr, am 08.10.1740, schlug ihn Karl VI. zum Ritter des Heiligen Römischen Reiches. Nun fehlte Küner nur noch das in seinem Titel bereits enthaltene Künersberg. Dazu bot sich das in Memmingen zum Verkauf stehende Berger-Bad an. So wurde aus dem bürgerlichen Bad ein mondänes Kurbad, genannt Künersberger Bad.
Verdienste
Nach dem Aufbau des Künersberger Bades galt seine ganze Konzentration der Gründung einer Fayence-Manufaktur in Memmingen. Dort ließ Küner auch Memminger Lehrjungen ausbilden. Bekannt wurde der taubstumme Joseph Nees, dessen Ludwigsburger Porzellanfiguren heute in den großen Museen der Welt zu Hause sind. In seinem Testament verfügt er, dass seine Künersbergische Stiftung zur Verbesserung der lateinischen und deutschen Schulen verwendet werde. "Hauptsächlich soll auf die Unterweisung im Rechnen und Schreiben vermittels einer orthographischen und schönen Handschrift gesehen werden."